Jun 11, 2011 - Allgemein    2 Comments

Das Medizinstudium

Das Medizinstudium in Deutschland gliedert sich in zwei Ausbildungsteile. Einen vorklinischen Abschnitt, der insgesamt vier Semester dauert und mit dem “1. Abschnitt der Ärztlichen Prüfung”, vorher Physikum, abgeschlossen wird. Darauf folgen acht weitere Semester, wobei die letzten zwei Semester für das “Praktische Jahr” (PJ) vorgesehen sind. Nach dem PJ wird das Studium mit dem “Hammerexamen” (2. Abschnitt der Ärztlichen Prüfung) abgeschlossen.

Nach diesen Hürden kann man endlich die Approbation beantragen und sich offiziell Arzt nennen. Doch bis dahin ist es ein langer, teils steiniger und vor allem anstrengender Weg.
Speziell in der ersten Ausbildungsphase (Vorklinik), in der die Grundlagen für die Ausübung des späteren Arztberufes gelegt werden sollen, gibt es teilweise schwierige und anstrengende Prüfungsphasen. Dies ist jedoch auch sinnvoll, weil dort die Fächer Anatomie, Physiologie, Biochemie, Chemie, Physik, Soziologie, Psychologie und Biologie unterrichtet werden.

Es ist einfach absolut notwendig diese Grundfertigkeiten in den Naturwissenschaften und natürlich der speziell der Anatomie, Physiologie und Biochemie zu besitzen. Auch wenn es für manche abschreckend ist, muss man durch diese Prüfungen durch. Manche Studenten fragen sich, wozu man eigentlich Fächer wie Chemie und Physik später noch braucht…

Hier die Antwort:

Physik braucht man zum Beispiel als Orthopäde in fast jeder Situation. Ob es das Beurteilen von Bewegungsausmaßen oder einfach die Vorstellung von der Biomechanik des Menschen ist. Speziell auch in der Forschung ist man auf grundlegende physikalische Kenntnisse angewiesen…

Chemie dient dem Verstehen speziell biochemischer Zusammenhänge. Der menschliche Körper besteht wie alle Stoffe aus Molekülen. Alle Vorgänge des Stoffwechsels beispielsweise sind nur dann wirklich zu verstehen und zu verinnerlichen, wenn man die Biochemie dahinter verstanden hat. Dies hilft dem Arzt selbstverständlich im klinischen Alltag. Selbst wenn es nur solch scheinbar banale Dinge sind, wie Laborwerte interpretieren. Ohne biochemische Kenntnisse einfach unmöglich…

Wenn man dann endlich die Vorklinik hinter sich gebracht hat, kommt der, wie die meisten Studenten sagen, eigentlich erst interessante Teil. Die Arbeit und Lehre am Patienten.

Im klinischen Abschnitt werden alle Fächer unterrichtet, die mit der Krankenversorgung zu tun haben. Beispielsweise Innere Medizin, Chirurgie, HNO, Orthopädie, Neurologie etc. Aber auch viele Fächer, die indirekt mit dem klinischen Alltag in Zusammenhang stehen, wie z.B. Epidemiologie und Biometrie oder medizinische Informatik.

Famulaturen müssen im klinischen Abschnitt des Studiums abgeleistet werden. Insgesamt 120 Tage, wobei man mindestens 30 Tage eine Famulatur in einer Praxis durchführen muss. Dies soll dem Studierenden die Arbeit in einer niedergelassenen Praxis zeigen und ihn auch mit den speziellen Problemen in der Niederlassung, wie beispielsweise betriebswirtschaftlichen Belangen, konfrontieren.

Wenn man das nötige Durchhaltevermögen besitzt und Spaß an der Medizin hat, ist das Studium der Humanmedizin in Deutschland sicher gut zu schaffen. Manchmal ist man vielleicht ein wenig genervt von ständigen Prüfungen und Tutorien, aber wenn man sich vergegenwärtigt, welche Verantwortung man später als Arzt hat, dann legitimiert sich dieser Stress in der Ausbildung wieder.

Denn man sollte nie vergessen. An erster Stelle steht das Wohl des Patienten…

2 Comments

  • Den letzten Satz sollten sich mehr Medizinstudenten mal zu Herzen nehmen!!!
    Sonst schön dargestellt…

  • genau so siehts aus!

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