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Saturday, 30. July 2011 - Allgemein    Comments Off

Physikum und Hammerexamen

Das Physikum bzw. das Hammerexamen sind die zwei großen Prüfungen im Medizinstudium.

Eigentlich handelt es sich dabei nicht um die eigentlich dafür vorgesehenen Begriffe. Diese wären “1. Abschnitt der Ärztlichen Prüfung” bzw. “2. Abschnitt der Ärztlichen Prüfung”. Aber trotzdem werden die Begriffe Physikum und Hammerexamen im Sprachgebrauch sehr viel öfter benutzt.

Die beiden Ärztlichen Prüfungen sind Staatsexamen, welche nach dem vorklinischen Teil des Studiums, d.h. nach den ersten vier Semestern, und dem Praktischen Jahr, d.h. nach insgesamt zwölf Semestern abgenommen werden.

Folgende Inhalte gehören zu den jeweiligen Examen:

Physikum (1. Abschnitt der Ärztlichen Prüfung):

Die Prüfung besteht aus einem mündlichen Teil und einem schriftlichen Teil. Im mündlichen Teil sitzt man insgesamt drei Prüfern gegenüber und wird in den Fächern Anatomie, Physiologie und Biochemie mündlich-praktisch geprüft. Histologie gehört genauso dazu wie makroskopische Anatomie.

Schriftlich muss man an insgesamt 320 Multiple-Choice Fragen an zwei Prüfungstagen beantworten. Dabei müssen die Fächer Anatomie, Physiologie, Biochemie, Soziologie, Psychologie, Chemie, Biologie und Physik sorgfältig vorbereitet werden. Der Zeitfaktor ist nicht zu unterschätzen, da einem statistisch ca. 90 Sekunden Zeit für eine Frage bleiben.

Zur Vorbereitung empfiehlt es sich natürlich die gängigen Lehrbücher intensiv zu lernen, aber auch Fragen aus der “schwarzen Reihe” zu kreuzen. Hierbei handelt es sich um alte Fragen aus den vorherigen Staatsexamen. Durch die Beantwortung dieser Fragen bekommt man einen Einblick wie die Fragen aufgebaut sind und kann auch noch viel bei der Beantwortung lernen.

Hammerexamen (2. Abschnitt der Ärztlichen Prüfung):

Diese Prüfung setzt sich auch wieder aus einem schriftlichen Teil und einem mündlich-praktischen Part zusammen. Der schriftliche Teil umfasst insgesamt 3 Tage mit jeweils einer Prüfungszeit von 5 Stunden. Wie beim Physikum müssen schriftlich 320 Fragen beantwortet werden, wobei die Fragen meist sehr viel länger und komplexer sind. In den meisten Fällen sind es Fallbeispiele anhand derer man Fragen über Diagnostik und Therapie beantworten muss.

Hört sich im ersten Moment einfach an, ist es aber nicht. Die Fragen haben es teilweise wirklich in sich. Oft wird auch nicht nach Krankheiten gefragt, die häufig vorkommen, sondern nach sehr seltenen Krankheitsbildern. Man kann geteilter Meinung über den Sinn dieser Art der Fragestellung sein.

Prüfungsstoff sind alle klinischen Fächer, wie Innere Medizin, Chirurgie, etc.

Die mündliche Prüfung findet an zwei Tagen statt. Jeweils 45 Minuten wird jeder Prüfling an beiden Tag über einen Patientenfall geprüft, den er selbst vorstellen muss. Der erste Prüfungstag ist dabei eher praktisch orientiert und der zweite Tag eher mündlich.

Physikum und Hammerexamen sind die beiden großen Hürden im Medizinstudium. Wenn man jedoch gut vorbereitet ist, sollte es kein Problem sein die Examen zu bestehen.

Direkt nach dem Hammerexamen winkt dann die Approbation, welches doch eigentlich genüg Motivation darstellen sollte sich ausreichend auf die Prüfungen vorzubereiten.

Tuesday, 21. June 2011 - Allgemein    Comments Off

Alternativen zum Medizinstudium

Gibt es wirklich eine Alternative zum Studium der Humanmedizin? Was tun, wenn man durch zu schlechte Noten daran gehindert wird Arzt zu werden?

Diese Frage ist natürlich nicht allzu einfach zu beantworten. Aber es gibt auch hierfür Lösungen.

Zum Einen kann man natürlich auf den Studienplatz warten (im Moment muss man ggf. 10-12 Semester auf einen Studienplatz warten), oder man beginnt eine Ausbildung. Letzteres ist sicher nicht die schlechteste Alternative.

Das Medizinstudium ist an den meisten Universitäten eher theoriebezogen. Die extrem wichtige praktische Ausbildung kommt im Regelstudiengang meist zu kurz. Jedoch ist es für den späteren Arztberuf einfach unerlässlich, gute praktische Fertigkeiten zu haben. Neuere Modelle des Studiengangs der Humanmedizin (Modellstudiengänge oder Reformstudiengänge) sollen dieses Ungleichgewicht in der Ausbildung ändern.

Deshalb ist es keine schlechte Idee, eine Ausbildung in einem medizinischen Ausbildungsberuf (wie z.B. Krankenpfleger, Rettungsassistent, Physiotherapeut etc.) zu absolvieren, um ggf. später noch ein Studium der Humanmedizin anzuhängen.

Guter und sicherer Umgang mit dem Patienten muss geübt und vorbereitet werden. Dies sind nur wenige Gründe warum sich eine solche Ausbildung vor dem Medizinstudium durchaus lohnen kann. Ein anderer Aspekt ist auch der finanzielle. Man verdient sein eigenes Geld während der Ausbildung (außer beim Rettungsassistenten) und kann später in den Semesterferien oder nebenbei in seinem Beruf arbeiten. Hierdurch hat man extreme Vorteile auf dem Arbeitsmarkt. Andere Studentenjobs sind teilweise schlecht bezahlt. Und gut bezahlte findet man nur sehr selten…

Eine andere Alternative die Wartezeit zu überbrücken kann auch ein anderes Studium sein. Nicht nur um die Wartezeit zum Medizinstudium zu überbrücken, sondern ggf. auch als echte Alternative kommen diverse andere Studiengänge in Frage.

Biologie beispielsweise hat logischerweise einige Parallelen zum Studium der Humanmedizin. Man beschränkt sich zwar nicht nur auf den Menschen, sondern auch auf Pflanzen, Tiere, etc., aber das kann auch ungeheuer spannend sein. Leider sind in diesem Beruf die Chancen auf dem Arbeitsmarkt eher schlecht. Außer man wird Lehrer, dann sind sie wiederum ganz gut im Moment.

Einige Studiengänge wollen neuerdings ein Zwischending zwischen Arzt und Krankenpflegekraft kreieren. Ein Beispiel hierfür ist der Studiengang “Bachelor of Science in Physician Assistant”. Die Absolventen sollen Tätigkeiten wie kleinere chirurgische Eingriffe oder Verbandswechsel auf Station durchführen. Ziel soll sein, den Arzt zu entlasten.

Die Absolventen sollen keine Konkurrenz zu den Ärzten darstellen, vielmehr sind sie dringend notwendig, um auf hohem Niveau, unter ärztlicher Aufsicht diese gezielt zu entlasten…
Es gibt einiges an Alternativen zum Medizinstudium, oder um die Wartezeit auf einen Studienplatz sinnvoll abzukürzen. Deshalb sollte man nicht verzagen, wenn die ZVS dem Abiturienten einen Strich durch seine Planung macht. Vielmehr muss man hartnäckig bleiben, für das Kämpfen was man erreichen will und ggf. aber auch nach Alternativen Ausschau halten.

Letztlich ist die Zeit, die man für ein anderes Studium oder eine Ausbildung investiert, keinesfalls verloren. Im Gegenteil!

Saturday, 11. June 2011 - Allgemein    2 Kommentare

Das Medizinstudium

Das Medizinstudium in Deutschland gliedert sich in zwei Ausbildungsteile. Einen vorklinischen Abschnitt, der insgesamt vier Semester dauert und mit dem “1. Abschnitt der Ärztlichen Prüfung”, vorher Physikum, abgeschlossen wird. Darauf folgen acht weitere Semester, wobei die letzten zwei Semester für das “Praktische Jahr” (PJ) vorgesehen sind. Nach dem PJ wird das Studium mit dem “Hammerexamen” (2. Abschnitt der Ärztlichen Prüfung) abgeschlossen.

Nach diesen Hürden kann man endlich die Approbation beantragen und sich offiziell Arzt nennen. Doch bis dahin ist es ein langer, teils steiniger und vor allem anstrengender Weg.
Speziell in der ersten Ausbildungsphase (Vorklinik), in der die Grundlagen für die Ausübung des späteren Arztberufes gelegt werden sollen, gibt es teilweise schwierige und anstrengende Prüfungsphasen. Dies ist jedoch auch sinnvoll, weil dort die Fächer Anatomie, Physiologie, Biochemie, Chemie, Physik, Soziologie, Psychologie und Biologie unterrichtet werden.

Es ist einfach absolut notwendig diese Grundfertigkeiten in den Naturwissenschaften und natürlich der speziell der Anatomie, Physiologie und Biochemie zu besitzen. Auch wenn es für manche abschreckend ist, muss man durch diese Prüfungen durch. Manche Studenten fragen sich, wozu man eigentlich Fächer wie Chemie und Physik später noch braucht…

Hier die Antwort:

Physik braucht man zum Beispiel als Orthopäde in fast jeder Situation. Ob es das Beurteilen von Bewegungsausmaßen oder einfach die Vorstellung von der Biomechanik des Menschen ist. Speziell auch in der Forschung ist man auf grundlegende physikalische Kenntnisse angewiesen…

Chemie dient dem Verstehen speziell biochemischer Zusammenhänge. Der menschliche Körper besteht wie alle Stoffe aus Molekülen. Alle Vorgänge des Stoffwechsels beispielsweise sind nur dann wirklich zu verstehen und zu verinnerlichen, wenn man die Biochemie dahinter verstanden hat. Dies hilft dem Arzt selbstverständlich im klinischen Alltag. Selbst wenn es nur solch scheinbar banale Dinge sind, wie Laborwerte interpretieren. Ohne biochemische Kenntnisse einfach unmöglich…

Wenn man dann endlich die Vorklinik hinter sich gebracht hat, kommt der, wie die meisten Studenten sagen, eigentlich erst interessante Teil. Die Arbeit und Lehre am Patienten.

Im klinischen Abschnitt werden alle Fächer unterrichtet, die mit der Krankenversorgung zu tun haben. Beispielsweise Innere Medizin, Chirurgie, HNO, Orthopädie, Neurologie etc. Aber auch viele Fächer, die indirekt mit dem klinischen Alltag in Zusammenhang stehen, wie z.B. Epidemiologie und Biometrie oder medizinische Informatik.

Famulaturen müssen im klinischen Abschnitt des Studiums abgeleistet werden. Insgesamt 120 Tage, wobei man mindestens 30 Tage eine Famulatur in einer Praxis durchführen muss. Dies soll dem Studierenden die Arbeit in einer niedergelassenen Praxis zeigen und ihn auch mit den speziellen Problemen in der Niederlassung, wie beispielsweise betriebswirtschaftlichen Belangen, konfrontieren.

Wenn man das nötige Durchhaltevermögen besitzt und Spaß an der Medizin hat, ist das Studium der Humanmedizin in Deutschland sicher gut zu schaffen. Manchmal ist man vielleicht ein wenig genervt von ständigen Prüfungen und Tutorien, aber wenn man sich vergegenwärtigt, welche Verantwortung man später als Arzt hat, dann legitimiert sich dieser Stress in der Ausbildung wieder.

Denn man sollte nie vergessen. An erster Stelle steht das Wohl des Patienten…

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