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Thursday, 15. September 2011 - Allgemein    Comments Off

Zulassung zum Medizinstudium

Sicher ein leidiges Thema…

Diejenigen die einen Studienplatz für Humanmedizin haben möchten, brauchen entweder einen exzellenten Abi-Notendurchschnitt, oder gewisse Wartezeit oder aber das Bestehen eines Auswahlverfahrens durch die Hochschulen selbst.

Alle diese Kriterien haben Vor- und Nachteile. Der Nachteil der Studienplatzvergabe anhand des Abiturnotendurchschnittes liegt auf der Hand. Nicht jeder, der ein exzellentes Abitur gemacht hat, ist auch gleichzeitig in der Lage ein guter Arzt zu werden. Denn sind wir mal ehrlich, was sind denn die Eigenschaften die einen guten Arzt ausmachen?

Zum Einen natürlich die fachliche Kompetenz, was sicher unumstritten ist. Zum Anderen jedoch braucht ein Arzt ein erhebliches Maß an sog. Soft-Skills. Das heißt Empathie, Einfühlungsvermögen, Teamfähigkeit usw. sind wahrscheinlich genauso obligat wie das Wissen um richtige Therapien, Symptome, Diagnostik etc. Bitte nicht falsch verstehen. Die absolute Voraussetzung für die Ausübung des Arztberufes  ist selbstverständlich dass er sich bestens mit dem auskennt was er macht, damit er verantwortungsvoll praktizieren kann.

Aber kann man diese Kompetenzen, vor allem Soft-Skills, anhand einer Abiturnote messen oder bewerten? Ist automatisch vorherbestimmt, dass derjenige der ein super Abitur schreibt auch gleichzeitig ein guter Arzt wird?

Die Antwort ist NEIN! Die Abiturnote ist kein Prädiktor dafür, dass ein Arzt gut oder schlecht wird. Warum ist dann die Note noch ein Zulassungkriterium?

Komplett beantworten kann ich diese Frage leider nicht. Ich glaube dass es daran liegt, dass der Verwaltungsaufwand sehr viel geringer ist, wenn man lediglich nach Note auswählt. Bei einer solch hohen Anzahl an Bewerbern fürs Medizinstudium wie es in den letzten Jahren der Fall ist, kann man die Verwaltung auch ein Stück weit verstehen.

Es gibt außerdem ja noch zwei andere Kriterien, die die Studienplatzvergabe beeinflussen. Zum Einen ist das die Wartezeit und zum Anderen das Auswahlverfahren der Hochschulen selbst.

An der Wartezeit ändert sich von Semester zu Semester immer wieder was. Interessant ist zum Beispiel, dass wenn man ein anderes Studium in Deutschland beginnt während man auf einen Medizinstudienplatz wartet, diese Semester die Wartezeit hemmen. Wie ist das zu erklären? Wäre es denn nicht sinnvoll, dass man trotzdem ein anderes Studium noch zuvor abschließen könnte? Zumal die Wartezeit auf einen Studienplatz der Humanmedizin gut und gerne mal 6 Jahre (12 Semester) betragen kann!

Ich denke, dass man umso qualifizierter ist, wenn man vor dem Medizinstudium noch ein anderes Studium abschließt. Selbst wenn dies BWL ist, kann man davon später als Arzt sicher profitieren. Solche Fächer werden nämlich im Medizinstudium nicht unterrichtet und betreffen gerade in der heutigen Zeit die Ärzte umso mehr…

Bleibt noch als letztes Kriterium zur Vergabe von Studienplätzen die Auswahl durch die Hochschulen selbst.

Dieses Verfahren ist sicher sehr sinnvoll im Hinblick darauf die am besten qualifiziertesten Abiturienten für das Studium der Humanmedizin zu bekommen. Und das sind in vielen Fällen nicht diejenigen, die ein exzellentes Abitur gemacht haben.

Wie die einzelnen Kriterien der Hochschulen selbst aussehen ist noch nicht komplett ersichtlich. Einige Hochschulen bewerten zum Beispiel positiv, wenn jemand eine Ausbildung zum Krankenpfleger etc. gemacht hat. Das ist doch schonmal ein Schritt in die richtige Richtung.

Es bleibt abzuwarten, wie sich die Zulassung zum Studium der Medizin weiterentwickelt. Ich hoffe dass man sich mehr davon entfernt die Noten eines Abiturienten zu stark zu bewerten. Vielmehr sollte man den Abiturienten bewerten.

Denn in der Medizin behandelt der Arzt schließlich auch den Patienten und nicht sein Röntgenbild oder den Monitor…

 

Tuesday, 21. June 2011 - Allgemein    Comments Off

Alternativen zum Medizinstudium

Gibt es wirklich eine Alternative zum Studium der Humanmedizin? Was tun, wenn man durch zu schlechte Noten daran gehindert wird Arzt zu werden?

Diese Frage ist natürlich nicht allzu einfach zu beantworten. Aber es gibt auch hierfür Lösungen.

Zum Einen kann man natürlich auf den Studienplatz warten (im Moment muss man ggf. 10-12 Semester auf einen Studienplatz warten), oder man beginnt eine Ausbildung. Letzteres ist sicher nicht die schlechteste Alternative.

Das Medizinstudium ist an den meisten Universitäten eher theoriebezogen. Die extrem wichtige praktische Ausbildung kommt im Regelstudiengang meist zu kurz. Jedoch ist es für den späteren Arztberuf einfach unerlässlich, gute praktische Fertigkeiten zu haben. Neuere Modelle des Studiengangs der Humanmedizin (Modellstudiengänge oder Reformstudiengänge) sollen dieses Ungleichgewicht in der Ausbildung ändern.

Deshalb ist es keine schlechte Idee, eine Ausbildung in einem medizinischen Ausbildungsberuf (wie z.B. Krankenpfleger, Rettungsassistent, Physiotherapeut etc.) zu absolvieren, um ggf. später noch ein Studium der Humanmedizin anzuhängen.

Guter und sicherer Umgang mit dem Patienten muss geübt und vorbereitet werden. Dies sind nur wenige Gründe warum sich eine solche Ausbildung vor dem Medizinstudium durchaus lohnen kann. Ein anderer Aspekt ist auch der finanzielle. Man verdient sein eigenes Geld während der Ausbildung (außer beim Rettungsassistenten) und kann später in den Semesterferien oder nebenbei in seinem Beruf arbeiten. Hierdurch hat man extreme Vorteile auf dem Arbeitsmarkt. Andere Studentenjobs sind teilweise schlecht bezahlt. Und gut bezahlte findet man nur sehr selten…

Eine andere Alternative die Wartezeit zu überbrücken kann auch ein anderes Studium sein. Nicht nur um die Wartezeit zum Medizinstudium zu überbrücken, sondern ggf. auch als echte Alternative kommen diverse andere Studiengänge in Frage.

Biologie beispielsweise hat logischerweise einige Parallelen zum Studium der Humanmedizin. Man beschränkt sich zwar nicht nur auf den Menschen, sondern auch auf Pflanzen, Tiere, etc., aber das kann auch ungeheuer spannend sein. Leider sind in diesem Beruf die Chancen auf dem Arbeitsmarkt eher schlecht. Außer man wird Lehrer, dann sind sie wiederum ganz gut im Moment.

Einige Studiengänge wollen neuerdings ein Zwischending zwischen Arzt und Krankenpflegekraft kreieren. Ein Beispiel hierfür ist der Studiengang “Bachelor of Science in Physician Assistant”. Die Absolventen sollen Tätigkeiten wie kleinere chirurgische Eingriffe oder Verbandswechsel auf Station durchführen. Ziel soll sein, den Arzt zu entlasten.

Die Absolventen sollen keine Konkurrenz zu den Ärzten darstellen, vielmehr sind sie dringend notwendig, um auf hohem Niveau, unter ärztlicher Aufsicht diese gezielt zu entlasten…
Es gibt einiges an Alternativen zum Medizinstudium, oder um die Wartezeit auf einen Studienplatz sinnvoll abzukürzen. Deshalb sollte man nicht verzagen, wenn die ZVS dem Abiturienten einen Strich durch seine Planung macht. Vielmehr muss man hartnäckig bleiben, für das Kämpfen was man erreichen will und ggf. aber auch nach Alternativen Ausschau halten.

Letztlich ist die Zeit, die man für ein anderes Studium oder eine Ausbildung investiert, keinesfalls verloren. Im Gegenteil!

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